Zu wenig und zu salzig - Wassermangel wird zur Existenzbedrohung

Wasser bedeutet Leben. Ohne Wasser keine Landwirtschaft. Ohne Landwirtschaft kein Essen auf dem Tisch. Diese einfachen Weisheiten kennt jedes Kind, nur in der Politik haben sie anscheinend an Bedeutung verloren. Beispiel Altes Land: Die Obstbaumblüte findet bedingt durch den Klimawandel immer früher statt. Nachfröste sind so früh im Jahr noch an der Tagesordnung. Die Bauern sind auf Frostschutzberegnung dringend angewiesen.  Allein in einer Frostnacht können bis zu 4.000.000 Kubikmeter salzarmes Wasser benötigt werden. Die können nur aus Naturgewässern stammen, in diesem Fall aus der Elbe und / oder den Nebenflüssen. Im Sommer, also während der Reife, dient das Nass der Bewässerung und der Verdunstungskühlung. Es muss in dieser Phase praktisch salzfrei sein, um die Qualitätswahrung des Obstes sicherzustellen. Die Elbvertiefungen der Vergangenheit haben die Salinitätsgrenze immer weiter stromauf verschoben, sie hat längst die Grenze zu Hamburg überschritten. Der Salzgehalt darf nicht über 0,5 Promille liegen, hat sich von diesem Wert aber schon vor langer Zeit verabschiedet. Die Folge sind "Verbrennungen" an Blättern und Früchten. Das bedeutet empfindliche Einkommenseinbußen.

Hinzukommt, dass es durch den Klimawandel weniger regnet. Künstliche Beregnungsbecken helfen nur bedingt, von den Kosten ganz zu schweigen. Es heißt, 2.000.000.000 Euro wären nötig, um ausreichend viele Reservoirs anzulegen. Was das für die Landschaft des Alten Landes bedeuten würde, sei der Phantasie überlassen. Diese Aspekte der Elbvertiefung werden gern unter den politischen Teppich gekehrt. Schluss damit!

1.000 Obstbau-Betriebe gibt es an der Niederelbe. Direkt oder indirekt ernähren sie mindestens 5.000 Menschen. Diese Existenzen sind bedroht, weil die Elbvertiefungen das Elbwasser versalzen ließen. Der Klimawandel tut ein Übriges. Familien vielfach bestehend aus mehreren Generationen sind bedroht, weil Politiker die wirtschaftliche Bedeutung des Hamburger Hafens über die Existenz von 5.000 Menschen an der Niederelbe stellen. Fragen wir doch die Hamburger Bürgerschaft, wie ruhig es sich damit schlafen lässt. 

Geben wir der Landwirtschaft an der Elbe wieder die Bedeutung, die ihr zukommt!