Flora und Fauna der Tideelbe - höchste Alarmstufe!

Das Elbästuar ist das größte der vier Flussmündungen in Deutschland und national wie international etwas ganz Besonderes: Bei Hamburg finden sich die größten noch zusammenhängenden Tideauwälder Europas. Der Schierlings-Wasserfenchel kommt weltweit nur noch in der Tideelbe vor. Die Wiebelschmiele ist von größter Seltenheit, auch sie ist nur noch im Süßwassertidebereich der Elbe zu finden. 

Vor allem Gebiete wie das Mühlenberger Loch und die Hahnöfer-Nebenelbe sind für viele Vögel ein wichtiges Brut-, Rast-, Nahrungs- und Wandergebiet. Diverse Entenarten sind hier reich vertreten und arktische Gänse pausieren vor ihrem Flug nach Norden, außerdem gibt es weitere Arten wie Säbelschnäbler oder Rotschenkel. Die angrenzenden Uferbereiche am Fluss sind auch Zuhause für die selteneren Vertreter unter den Geflügelten. So sind in der Haseldorfer Marsch oder im Naturschutzgebiet Heuckenlock Seeadler zu finden und auch Eisvögel oder die streng geschützten Weißstörche, sind an der Tideelbe zu Hause.

Wandernde Fischarten wie Lachs, Schnäpel, Stör, Neunauge, Aal und Meerforelle sind auf Ästuare als Durchzugsstation angewiesen. Nur wenn die Flussmündungen ohne Hindernisse vom dauernd bewohnten Lebensraum zum Laichplatz durchwandert werden können, ist der Nachwuchs gesichert. Die Flachwasserzonen der Tideelbe spielt als Laich- und Aufzuchtgebiete eine bedeutende Rolle – sie gilt als „Kinderstube“ von Stint, Zander und vielen weiteren Fischarten.

Dieses einzigartige Naturrefugium mit seinen Salzwiesen, Tideauwälder, Röhrichten, Süß- und Brackwasserwatten sowie Flachwasserbereichen und Flussinseln muss geschützt werden. Neben Pflanzen, Vögeln und Fischen gilt dies auch für die größeren Tiere. Schweinswale schwimmen auf Nahrungssuche jedes Frühjahr bis hoch zur Bunthäuser Spitze quer durch den Hamburger Hafen. Seehunde, manchmal Kegelrobben (im unteren Strom), Fischotter und ab und an auch Biber nennen die Tideelbe ihre Heimat. 

Was ist wichtiger? Ökologie oder Ökonomie? Eine nachhaltige Nutzung des Hamburger Hafens mit qualitativem statt maßlosem Wachstum, könnte die Antwort sein. Dazu gehört die Abkehr von hafenpolitischer  Kleinstaaterei hin zu Kooperationen mit Seehäfen. Dem Fluss mehr Raum geben!