Elbvertiefung

Die im März 2021 abgeschlossene Elbvertiefung ist schon die neunte ihrer Art. Sie wurde geplant, um den großen Containerschiffen mit Tiefgängen bis 13,5 Metern tideunabhängig und bis 14,5 Metern tideabhängig die Zufahrt zum Hamburger Hafen zu vereinfachen. Auf einer Strecke von ca. 100 Kilometern sollen zwischen Cuxhaven und Hamburg Tiefen von bis zu NN minus 15,9 und 17,1 erreicht werden. Dass bis heute auch die größten Containerschiffe Hamburg ohne nennenswerte Probleme anlaufen konnten, zeigt eindeutig: Fast alle Schiffe habe große Ladungsreserven und nur sehr wenige nutzen ihren Maximaltiefgang aus.

Die Veränderung des Tiefgangs hat weitreichende negative Folgen für den gesamten Unterelbebereich:

  • Ökologische Folgen (Bedrohung von Fischbeständen, Schäden für Flora und Fauna)
  • Erhöhte Strömungsgeschwindigkeit und höher auflaufende Flutwasserstände an den Elbdeichen führen zu größerer Sturmflutgefahr und gefährden die Deichsicherheit
  • Zunehmende Verschlickung durch Sedimente, was sich auf Nebenflüsse, den Hamburger Hafen und an der Elbe gelegene (Sportboot-)Häfen besonders auswirkt
  • Versalzung (Salinität) und damit verbundenen Gefahren für die Landwirtschaft, die das belastete Wasser nicht mehr einsetzen kann (z. B. im Altländer Obstbau)
  • Zweifelhafte Ausgleichs- und Stromregulierungsmaßnahmen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) zur Dämpfung der Tideenergie

Die 9. Elbvertiefung spitzt zusammen mit dem Klimawandel die Situation hinter den Deichen weiter zu. Unter enormen Anstrengungen müssen die Deiche erhöht werden, um die Sturmflutgefahr einzudämmen und Menschenleben zu sichern.

Der zunehmende Sedimenttransport und die dadurch notwendige dauernde Ausbaggerung der Elbe führt zu astronomischen Kosten. Geschätzte 800 Millionen Euro kostete allein die Elbvertiefung. Weitere in den nächsten Jahren kaum sicher zu definierende Ausgaben für das ständige Ausbaggern und die Deicherhöhungs- und Deichsicherungsmaßnahmen kommen hinzu.

Die Elbvertiefung steht in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen Gefahren und der Möglichkeit einer vernünftigen norddeutschen Hafenkooperation mit Bremerhaven und Wilhelmshaven.