Hier der Text aus dem Buxtehuder Tageblatt vom 4.6.2021, S. 17 (Björn Vasel):

"Landrat Michael Roesberg hat die Aussagen von Fachleuten des Wasserstraßen und Schifffahrtsamtes Elbe Nordsee (WSA) und der Hamburg Port Authority (HPA) vom Mittwoch über Ursachen der Verschlickung der Elbe und ihrer Nebengewässer scharf kritisiert (das TAGEBLATT berichtete). Leider zeigten die HPA und das WSA immer wieder die gleichen Verhaltensmuster. „Wenn es Hamburger Hafeninteressen nützt, werden die Elbanrainer gedrängt, Maßnahmen mitzutragen. Wenn es darum geht, die Folgen der Eingriffe der Elbvertiefung aufzuarbeiten, wie zum Beispiel die Verschlickung, dann wird so getan, als ginge es die Bundesbehörden nichts an. So geht das nicht weiter“, sagte Roesberg dem TAGEBLATT. Im Rahmen einer Sitzung des Ausschusses für Regionalplanung und Umweltfragen des Stader Kreistages, zu der die Experten aus Hamburg per Videokonferenz zugeschaltet waren, hatten Vertreter des WSA vor allem den klimatisch bedingten geringen Oberwasserabfluss aufgrund der geringen Niederschläge in den vergangenen Jahren und vorausgegangenen Sturmfluten 2013/2014 für die starke Trübung und Sedimentfracht der Elbe als Ursache genannt. Ein Einfluss der jüngsten Elbvertiefungen bis 1999 und Februar 2021 auf die Verschlickung könne, so die WSA und HPA, kaum eine Rolle spielen. Das stößt bei Roesberg sauer auf: „Ich habe mir in den vielen Jahren der Diskussion um Elbvertiefung, Verschlickung sowie Küsten- und Naturschutz nicht so sehr Sorgen um unsere Elbe gemacht, als vielmehr darüber, wie Verantwortliche der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit unseren berechtigten Interessen umgehen. Das zeigt sich jetzt erneut.“ Der Kreis werde weiter die Forderungen des Unterelberaumes deutlich machen und auch öffentlich machen: Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit, Verhinderung von Schlickablagerungen in den Nebenflüssen, Freihalten der Häfen und vieles mehr. Roesberg: „Ich erwarte, dass uns der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, nach besten Kräften unterstützt, zumal er in Cuxhaven wohnt und die Situation vor Ort kennt.“ Ein Gespräch von Landräten und Ferlemann ist am 8. Juni geplant."


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Derr THB meldet am 07.06.2021 in den Kurznachrichten:

Dialogprozess zur Tideelbe

Um den Natur-,Lebens- und WirtschaftsraumTideelbe zu stärken und zu schützen, initiiert das Bundesverkehrsministerium
(BMVI) jetzt einen Dialogprozess.„Gemeinsam mit denLändern Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen soll insbesondere der
zukünftige Umgang mit den Sedimenten im Mündungs und Einzugsbereich der Tideelbe diskutiert werden – auch mit Blick auf Klimawandel
und nachhaltige Gewässerbewirtschaftung“, kündigt das BMVI an. Die Auftaktveranstaltung findet an diesem Dienstag statt.
bek

https://www.thb.info/rubriken/umwelt/detail/news/dialogprozess-zur-tideelbe.html
Der Hinweis wurde von Klaus Schroh entdeckt. 

Di., 08.06.2021 - 11:25 Permalink

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