An das WSA Elbe-Nordsee

zu Hd. Frau Rögelein oder Vertreter(in)

Sehr geehrte Frau Rögelein,                           Baggeraktivitäten nach der Elbvertiefung

Bekanntlich beobachten wir mit mehreren aufmerksamen  Beobachtern, wie es nach der beendeten Elb-Vertiefung mit der Baggerei weitergeht.

Der Generaldirektor der GDWS Prof. Witte  hatte zum Ende der Vertiefungsarbeiten verlauten lassen, dass noch einige Rest-Arbeiten an einigen Fahrrinnenkanten vorzunehmen seien, wobei er vermutlich an den Stromelbebereich Hamburgs dachte, denn Hamburg lag ja bei der Begegnungsbox zeitlich etwas  im Rückstand. 

Nun aber müssen wir - beinahe erwartungsgemäss - feststellen , dass insbesondere im Bereich zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel ( Notankerplatz )  an mehreren Stellen ( Tonnen 32-36 , 52 - 56 und 42 - 46 ) noch erhebliche Baggeraktivitäten mit den Grossraumbaggern Ulenspiegel und Lange Wapper durchgeführt werden.  Verklappt werden die gebaggerten Mengen unterhalb Cuxhavens auf der grünen Seite bei TN 21 (Mittelgrund)  und vis-a-vis zwischen Tonnen 22 bis 24, soweit wir das  auf unserem Internet-Bild verfolgen können. Uns wurde auch von Beobachtern vor Ort  berichtet, dass die Verklappungsstelle bei Tn 21 mit  entsprechender Tiefgangsbeschränkung  für die verklappenden Bagger  bereits maximal aufgefüllt ist.

Natürlich stellt sich für uns daher die Frage, ob diese Umlagerung als offzielle Klappstelle eingerichtet  bzw. genehmigt ist. Immerhin liegt sie in unmittelbarer Nähe des Schlick-bedrohten Cuxwatts, wenn dort - angereichert von Feinsedimenten/Schwebstoffen -  die  Flut   in das östliche Watt einströmt.

Eine weitere Frage ergab sich bei einigen Beobachtern, ob die jetzigen Baggeraktivtäten oberhalb Cuxhavens - siehe oben - noch restliche Ausbaumassnahmen seien. Ich habe das zunächst mit dem Hinweis auf unser zurückliegendes Gespräch mit der Aussage beantwortet, "es dürfte sich wohl  ausschliesslich um Unterhaltungsbaggerungen handeln."

Wir vermuten allerdings nicht ganz  zu Unrecht, dass von der "UWA Medemrinne",  aber auch von der  "UWA Neufelder Sand"  Anteile der  angeblich dort lagestabil umgelagerten Massen in den beschleunigt  fliessenden Hauptfahrwasserstrom zurückgeschwemmt werden und folglich im Nahbereich der sog. UWAs zur Untiefenbildung führen?  Diese Vermutung würde allerdings im Gegensatz zur Feststellung im PFB stehen, denn es heisst dort unmissverständlich auf Seite 2544 :  "Die UWAs werden gegen Erosion so gesichert, dass das in Ihnen enthaltene Material im wesentlichen dauerhaft festliegt."  Bekanntlich waren wir seinerzeit sehr überrascht, dass es in der Medemrinne lediglich zu einem quer durch den Rinnenanfang ( elbseitig ) geschütteten  Steindamm gekommen ist,  mit beiderseitiger Ablagerung von  12,5 Mio cbm "Baggergut".

Wir können uns daher keine andere Erklärung aus diesem Baggereinsatz machen, der in diesem Umfang wohl auch nicht eingeplant war.

Übrigens , auch im Hamburger Hafen  scheinen sich die Vertiefungsplaner verrechnet zu haben, wenn  der im Hafenbereich jetzt aktive Superbagger Kaishuu dort lfd.  seinen grossen Laderaum füllt und die Massen bei der Tn E3 verklappt.

Wie lautetete doch  ein Kernsatz im PFB :  "Im Rahmen eines Optiemierungsprogramms werde es nicht notwendig sein, Baggermassen aus dem Hafen in die Nordsee umzulagern."

Dies für Sie  nur am Rande, gleichwohl möchten wir  ( NABU Cuxhaven , die BI Rettet -das- Cuxwatt,  die BI Hamburg für die Elbe und das Regionale Bündnis gegen die Elbvertiefung )  gerne erfahren, wie die vorstehend geschilderte Situation aus Ihrer Sicht beurteilt wird, bezogen natürlich nur auf die WSV-Zuständigkeit in Unter- und Aussenelbe.

Unmittelbar nach dem Ende der Elbvertiefung sehen wir uns i. ü leider bestätigt in der Annahme, dass die jetzt um etwa 1,5 m vertiefte Fahrrinne nochmals verstärkte Baggeraktivitäten zur Folge haben wird  und damit der Unterelbe-Ökologie noch gravierendere Schäden drohen, als dies bereits jetzt der Fall war.

Mit freundlichen Grüssen

i. A. Klaus Schroh


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